[BACK]"Wohnen & Arbeiten"

© mARTin, 29-06-1998




1.

[1.]UP to [top]DOWN to [2.]Definitionen

1.1

Einzeln (objektiv, nach Quellen)

1.1.1

Wohnen

1.1.1.1

Wohnung

Wohnung, in der Statistik die nach außen abgeschlossene Wohneinheit mit eigener Küche oder Kochnische und eigenem Eingang.
´Wohngelegenheiten´ dagegen sind Räume ohne Küche sowie Unterkunftsmöglichkeiten u.a. in Kellern und Baracken.

{Meyers grosses Taschenlexikon: in 24 Bänden. - 1992; ISBN 3-411-11124-0}

1.1.2

Arbeiten

1.1.2.1

Arbeit

Arbeit, bewusster, ziel- und zweckgerichteter Einsatz körperlicher und geistig-seelischer Kräfte des Menschen, der sich in Arbeitsergebnissen vergegenständlicht (Güter, Dienstleitungen, geistig-künstlerischer Werke), die der Befriedigung materieller und ideeller Bedürfnisse dienen. - Die Wertung der Arbeit im religiösen, philosophischen und weltanschaulichen Denken zeigt im Laufe der Geschichte große Unterschiede. Sie reicht von Arbeit als Mühe, Plage und Strafe Gottes nach einer allgemeinen Aufwertung der Arbeit seit Beginn der Neuzeit (Reformation) bis zu ihrer Hochschätzung als einer Form des Gottesdienstes (M. Luther) und von ihrer Anerkennung als von fundamentaler Bedeutung für die Freiheit des Menschen (Hegel) bis gar zum eigentlichen Schöpfer des Menschen im Prozeß seiner Herausbildung aus dem Tierreich (K. Marx). Dabei kommt dem jeweiligen Charakter der Arbeit und den Bedingungen, unter denen Arbeit geleistet wird (...), große Bedeutung. Wesetnlich ist auch die Frage, wem das Ergebnis der Arbeit zugute kommt. So wird Arbeit sowohl als Ursache zur Entfremdung als auch als entscheidender Bereich der Selbstverwirklichung angesehen. - Die Soziologie sieht die existentielle Bedeutung der Arbeit vor allem als aktiv-gestaltende Auseinandersetzung des Menschen mit seiner natürlichen und soziokulturellen Umwelt zur Sicherung seines Überlebens. In der Volkswirtschaftslehre wird die Arbeit als einer der Produktionsfaktoren erkannt, dem entscheidende Bedeutung für die Erzeugung wirtschaftlicher Güter zukommt. In der Betriebswirtschaftslehre gilt die Arbeit als Elementarfaktor der betrieblichen Leistungserstellung. (...) - Steuerrechtlich relevant ist vor allem die Unterscheidung von selbständiger Arbeit (Tätigkeit, die in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung erfolgt) und unselbständiger Arbeit (Tätigkeit, die unter Aufsicht und Anweisung eines Arbeitgebers, d.h. auf fremde Rechnung durchgeführt wird).
Arbeit, physikalische Größe grundlegender Art; Formelzeichen W oder A. Mechanische Arbeit wird verrichtet, wenn ein Körper von einer an ihm angreifenden Kraft bewegt wird. (...)

{Meyers grosses Taschenlexikon: in 24 Bänden. - 1992; ISBN 3-411-11124-0}

1.2

Einzeln (subjektiv, Autorenmeinung)

1.2.1

Wohnen

Nach der Definition der "Wohnung" ist demnach Wohnen die Tätigkeit Zeit in einer Wohneinheit oder aber in einer Wohngelegenheit zu verbringen. Nachdem ein wichtiger Bestandteil der Wohnung die Küche ist, ist ein wichtiger Bestandteil des Wohnens somit das Kochen und das Essen. Wobei der elementarere Teil des Wohnens wohl in der Nutzung des Raumes zum Schlafen liegt, denn genau dieser Teil fehlt zum Beispiel einem Obdach- und somit Wohnungs- und Wohngelegenheitslosen besonders. Die anderen Grundbedürfnisse eines Menschen, wie Essen, Waschen, etc. kann man an dafür vorgesehenen öffentlichen Anlagen erledigen (...) doch - wenn man von der Möglichkeit absieht ein Hotelzimmer o.ä. zu nehmen - das Schlafen und Zeit verbringen in einem Zimmer setzt zumindest die Wohngelegenheit voraus.
Das Wohnen stellt also einen Überbegriff für eine Reihe von Tätigkeiten dar, die in einer (eigenen) Wohnung oder Wohngelegenheit alleine oder in Gemeinschaft mit der Familie, Partnern oder Freunden ablaufen. Subjektiv ergibt sich das Gefühl des Wohnens nicht nur aus diesen Tätigkeiten selbst, sondern auch aus dem Umfeld der Wohnung - ob nun Stadt oder Land - und am Zugang zur Wohnung/Wohngelegenheiten. Denn es macht einen nicht unwesentlichen Unterschied für das Wohngefühl eines Einzelnen, ob er nun in seine Wohnung durch ein lichtdurchflutetes helles Stiegenhaus oder durch einen dunklen Nebengang gelangt. Ganz abgesehen von der baulichen Qualität der Wohnung selbst, die gemeinsam mit den übrigen Faktoren wie Mitbewohner, Verhältnis zur Familie etc. das Wohngefühl mitbestimmt.

1.2.2

Arbeiten

Nach der Definition der "Arbeit" hat Arbeiten selbst eine Vielzahl an Bedeutungen, doch in unserer Zeit sind es vor allem die Faktoren des Aktiv-Gestaltens und der Selbstverwirklichung, die den Menschen Arbeiten läßt, vorausgesetzt er ist in irgendeiner Form des Zwangs zur Arbeit für das Überleben enthoben (Arbeitslosenunterstützung, Studienbeihilfe etc.)(...).
Arbeiten ist aber vor allem eine Tätigkeit, an deren Ende irgendein "sichtbares" Werk, sei es in einem schriftlichen wissenschaftlichen Ergebnis oder als gefertigtes Werkstück manifestiert: etwas wird durch den geistigen oder körperlichen Einsatz des Menschen produziert.
Seit einiger Zeit gibt es immer mehr Berufsgruppen deren Arbeitsleistung zu einem Großteil oder zur Gänze nicht auf Zeichentischen oder Werkbänken sondern auf Computern geleistet wird. Somit stehen am Ende der Arbeit nicht real greifbare Produkte, sondern Grafiken, Bilder oder Text wie dieser, die als "unsichtbare" Daten auf Festplatten - oder andere Medien - gebannt sind.

1.3

Gekoppelt (durch Konjunktion)

1.3.1

Wohnen und Arbeiten

Wie hängen diese beiden Begriffe nun zusammen? Wie beeinflussen sie einander? Zunächst folgende Unterscheidung:

2.

[2.]UP to [1.]DOWN to [3.]Örtliche Gegebenheiten

2.1

Örtliche Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten

Für viele Tätigkeiten ist eine Trennung der Wohnung und des Arbeitsplatzes aus technischen Gründen notwendig, vor allem im manuell produzierenden Bereich, wo der Arbeitende (der Arbeiter) in einer Fabrik, in einer Werkshalle o.ä. seiner Tätigkeit nachgeht. Ähnlich ist es bei Tätigkeiten im Lehrbereich oder in den verschiedensten öffentlichen Bereichen (die Arbeitsstätten sind Krankenhäuser, Gemeindeämter etc.).

2.1.1

Anforderungen

Um ein gutes Wohngefühl und produktives Arbeiten zu gewährleisten ist es nötig, dass einerseits die Wohnung den Ansprüchen der Bewohner vollauf gerecht wird und andererseits der Arbeitsplatz auf die ergonomischen Abläufe der Arbeit abgestimmt ist.

2.2

Keine örtliche Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten

In vielen Berufen ist es schon seit geraumer Zeit möglich und auch üblich, dass Wohnung und Arbeitsplatz verschmelzen: So haben zum Beispiel Ärzte und Steuerberater die Wohnung mit dem Arbeitsplatz oft verschmelzen lassen und ihre Praxen und Büros schließen direkt an ihre Privaträume an. Ganz abgesehen von sämtlichen Hausfrauen und Hausmännern, die in ihrer Wohnung arbeiten.
Doch seit einiger Zeit kommt für viele Berufe neu die Möglichkeit in Betracht zu Hause zu arbeiten. Vermehrter Einsatz des Computers in völlig differierenden Berufsfeldern macht alle möglichen Arten von Telearbeit von zu Haue aus denkbar. Das Internet ermöglicht Grafik- und Textbearbeitenden ebenso den Austausch von Rohdaten und fertigen Produkten, wie es auch zum Beispiel in Teilen des Handels möglich ist über das Netz zu arbeiten.

2.2.1

Anforderungen

Hier ist es wichtig, das Wohngefühl durch den Arbeitsplatz nicht einzuschränken und den Arbeitsplatz so zu gestalten, dass ein produktives, ungestörtes Arbeiten möglich ist. Diese mögliche Kluft zwischen Arbeiten in der Wohnung, ohne deren Qualität zu mindern, gilt es zu verhindern. Dies ist eine Aufgabe, die in der Architektur mehr und mehr Berücksichtigung finden muss.

3.

[3.]UP to [2.]Conclusio

Egal ob Arbeitsplatz und Wohnung getrennt sind oder nicht, wichtig ist und bleibt der Mensch. Der Mensch - bei allem Einzug der Technologie in die Arbeitsprozesse - bleibt immer jener Faktor, der nur unter guten Rahmenbedingungen seine volle Leistung entfalten kann. Wenn die Wohnumgebung nicht stimmt, schränkt das die Menschen ebenso in ihrer Zufriedenheit, und somit in der Leitungsfähigkeit ein, wie ein schlecht gestalteter Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz nach dem Schema "Arbeitswohnung" ist daher umso genauer zu strukturieren, da hier in einer Einheit beide "Lebensbereiche" des Menschen zusammengefasst sind. Ein Nicht-Funktionieren dieser Einheit lässt dem arbeitenden Bewohner(n) keine Möglichkeit nach der Arbeit in der Wohnung auszuspannen; eine Möglichkeit, die bei getrennten Bereichen der Arbeit und des Wohnens dem gestressten Arbeiter die Chance gibt wieder neue Kräfte in einer funktionierenden Wohnumgebung zu sammeln.

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